Was ist ein Uhrenbeweger

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen wissen die meisten Menschen nicht, dass sie existieren. Speziell dann, wenn es um die spezielle Ausrüstung für eine Sportart, oder ein Hobby geht, weiß nur ein kleiner eingeweihter Kreis, wie die verschiedenen Geräte heißen und was sie tun. Dabei ist der Erfindergeist der Menschen nicht zu unterschätzen. Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Zwar gelangen nicht alle zur Serienreife und schaffen es auf den Markt, aber wenn man die Patentdatenbank durchsucht, sind unzählige geniale Lösungen für Alltagsprobleme verfügbar. So ein Gadget ist der Uhrenbeweger. Eine kleine Maschine, die jeder Uhrensammler haben sollte. Aber was ist ein Uhrenbeweger genau? Sehen wir uns das doch einmal genauer an.

Luxusuhren

Uhren sind heute weit mehr als reine Gebrauchsgegenstände. In erster Linie sollen sie die Zeit anzeigen und dabei auch noch gut aussehen. Das steht natürlich weiterhin bei allen Uhren im Mittelpunkt. Aber ein großer Markt für Uhren hat darüber hinaus noch einen weiteren Aspekt im Fokus. Bei Luxusuhren geht es in erster Linie darum, einen bleibenden Wert zu schaffen. So wie manchen Autohersteller Fahrzeuge produzieren, die nicht für den Alltag gedacht sind, so gibt es Uhrenhersteller, die in monatelanger Arbeit kostspielige Kunstwerke produzieren. Uhren, die so teuer sind, dass sie nur selten den Weg an das Handgelenk des Besitzers schaffen. Die echten Luxusuhren verbringen ihr Dasein in erster Linie in einem Safe.

Millioneninvestition

Während der Normalbürger schon eine Armbanduhr für wenige Hundert Euro mit Sorgfalt behandelt und nur zu besonderen Anlässen trägt, verkaufen Juweliere in aller Welt Luxusuhren, die manchmal sogar mehr als eine Million Euro kosten. Hier kommen Uhrwerke zum Einsatz, die einer Kunstfertigkeit zu verdanken sind, die man sich kaum vorstellen kann. Tagelange Gangreserven bei den Automatikuhren und eine Präszision, die jede Quarzuhr blass aussehen lässt. Dabei sind die Uhrwerke in solchen Meisterwerken rein mechanisch. Winzige Zahnräder und Federn halten die Uhr am Laufen und greifen ineinander wie das sprichwörtliche Uhrwerk. Perfektion auf höchstem Niveau und eine Investition, die über Jahrzehnte ihren Wert nicht nur hält, sondern ihn meist auch steigert.

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In der Automatikuhr sorgt ein winziges Gewicht, das sich bei Bewegung im Kreis bewegt, für die Energiezufuhr

Wartung und Pflege

Allerdings ist es mit einer Luxusuhr, die man im Safe deponiert, noch lange nicht getan. Während Fondsanteile, oder ein Goldbarren dort ganz gut über Jahrzehnte gelagert werden kann, ist eine mechanische Uhr für eine lange Lagerung nur bedingt geeignet. So muss man, wenn man in eine Luxusuhr investiert, auch die Kosten für die Wartung einkalkulieren. Eine professionelle Wartung, bei der das Uhrwerk zerlegt, geschmiert und wieder zusammengesetzt wird, wird alle paar Jahre fällig. Je nach Modell kann man hierfür mit mehreren Hundert bis ein paar Tausend Euro rechnen. Damit die Uhr die Lagerung möglichst gut übersteht und über Jahre ihre Ganggenauigkeit und Funktion beibehält, braucht man unter anderem einen Uhrenbeweger. Was ist ein Uhrenbeweger?

Wer rastet der rostet

Eine mechanische Uhr läuft mit mechanischer Energie. Diese wird in einer Feder gespeichert und dank der ausgeklügelten Mechanik genau im richtigen Moment in der exakt richtigen Menge an die Zahnräder abgegeben. Die Energie gelangt in die Feder durch Bewegung. Dazu gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Einerseits gibt es Uhren, die aufgezogen werden. Die Krone, seitlich am Uhrengehäuse, wird hin und her bewegt und damit die Feder gespannt. Die zweite Variante ist die Automatikuhr. Hier sorgt die Bewegung der Uhr dafür, dass die Feder immer wieder nachgespannt wird. Für beide Uhrwerke gilt, dass sie während der Lagerung am Besten permanent durchlaufen. So kann das feine Schmiermittel sich optimal verteilen und ein reibungsloser Lauf ist sichergestellt.

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Die Uhr ist so gestaltet, dass sie sich am Handgelenk selbst aufzieht. Fehlt diese natürliche Bewegung sorgt ein Uhrenbeweger für einen Ausgleich und dafür, dass die Uhr nicht stehen bleibt

Uhrenbeweger

Wer auf mechanische Uhren, die aufgezogen werden müssen, setzt, muss regelmäßig alle diese Uhren aufziehen. Spätestens nach ein paar Tagen ist die Energie verbraucht und die Feder muss neu gespannt werden. Bei Automatikuhren ist das schwieriger. Hier kann man die Feder nur spannen, indem man die Uhr bewegt. Das passiert beim Tragen ganz automatisch. Liegt die Automatikuhr in der Vitrine, oder dem Safe, dann wird auch keine Energie zugeführt. Das Aufziehen einer Automatikuhr ist zeitaufwändig, weil die Bewegung immer nur eine kleine Energiemenge erzeugt. Man muss also regelmäßig alle seine Automatikuhren eine ganze Weile schütteln. Hier kommt der Uhrenbeweger ins Spiel.

Problem gelöst

Das Problem vieler Uhrensammler ist also der Zeitaufwand, den das Aufziehen der Uhren durch Bewegung bedeutet. Der Uhrenbeweger sorgt genau für die richtige Dosis an Bewegung. Mehrere Uhren werden in entsprechende Halterungen gesetzt und sanft kreisförmig bewegt. Der elektrische Motor ist so abgestimmt, dass das kleine Gewicht in der Uhr seine Runden dreht und die Uhr dabei effizient aufgezogen wird. So spart der Uhrensammler, speziell wenn er viele Automatikuhren besitzt, sehr viel Zeit. Die Uhren werden optimal gepflegt und laufen im Uhrenbeweger auch nicht Gefahr, beschädigt zu werden. Der Uhrenbeweger ist eine kleine Investition, die sich allerdings rasch rechnet. Zeit und Werterhalt der Uhren sind die wichtigsten Argumente. Wer also eine Automatikuhr besitzt sollte unbedingt auch einen Uhrenbeweger kaufen, wenn er sie nicht trägt.

One Reply to “Was ist ein Uhrenbeweger”

  1. Vielen Dank für diesen gut formulierten und hilfreichen Artikel, der mir sehr bei der Recherche geholfen hat. Ich habe jetzt ein gutes Verständnis was ein Uhrenbeweger ist.

    Liebe Grüße aus Hannover
    W. Wengenroth

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