Aquarium Pflanzen düngen ja oder nein?

Ein Aquarium kann den Wohnraum enorm bereichern. Die Beleuchtung sorgt für einen ganz eigene Optik mit starken warmen Farben. Die Fische lenken mit ihrer Bewegung und dem Glanz ihrer Schuppen die Aufmerksamkeit auf sich und man kann entspannt ein kleines Ökosystem im Wohnzimmer beobachten. Allerdings ist ein Auqarium, so groß es auch sein mag, kein selbstständiges Ökosystem, das ohne Eingriff und Unterstützung von außen funktioniert. Neben der Pflege der Fische brauchen auch die Aquarium Pflanzen besondere Zuwendung. Es stellt sich also rasch die Frage: Aquarium Pflanzen düngen ja, oder nein? Sehen wir uns dazu einmal die Hintergründe genauer an.

Pflanzen

Neben den Tieren bevölkern die Pflanzen sehr erfolgreich unseren Planeten. Sie wachsen und bilden Zucker. Tiere fressen die Pflanzen, womit der Nahrungskreislauf seinen Anfang nimmt. Am Ende dienen die Kadaver der Tiere und ihre Exkremente den Pflanzen wieder als Nahrung. Um zu wachsen nutzen die Pflanzen die Sonne. Sie betreiben Photosynthese und wandeln Kohlendioxid mithilfe des Sonnenlichts in Zucker und Sauerstoff um. Auch Wasserpflanzen binden hier keine Ausnahme. In der Natur beziehen die Aquarium Pflanzen das Kohlendioxid aus dem Wasser. Dorthin gelangt es durch Zersetzungsprozesse, also verfaulende organische Materialien, die von Bakterien zerlegt werden.

Aquarium

Im Aquarium haben die Pflanzen zwei große Nachteile gegenüber dem Leben in der Natur. Das Wasser ist wesentlich sauberer. Die ständige Filterung und das Entfernen abgestorbener Teile sorgt dafür, dass auf diesem Weg wenig Kohlendioxid ins Wasser gelangt. Auch das Wasser selbst stellt ein Problem dar. Leitungswasser kommt aus Wasserwerken, die es zu Trinkwasser aufbereiten. Dabei wird, neben anderen Maßnahmen, auch der CO2-Gehalt reduziert und der Sauerstoffgehalt gesteigert. Gerade in der ersten Zeit, in der das Aquarium noch eingefahren wird, ist das Wasser also extren CO2-arm. Die Pflanzen finden zu wenig Nahrung.

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Üppige Wasserpflanzen sind in manchen Aquarien der zentrale Bestandteil

CO2-Düngung

Das Düngen von Aquarium Pflanzen erfolgt über die Zugabe von CO2. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Tabletten, die das Kohlendioxid langsam an das Wasser abgeben, sind die einfachste Variante. Sie enthalten neben dem Kohlendioxid auch Stickstoff, den die Pflanzen ebenfalls für ihr Wachstum brauchen. Außer der Gabe von Tabletten kann man sich auch für eine CO2-Düngungsanlage entscheiden. Hier gibt es verschiedene Varianten. Eine recht einfache und kostengünstige Variante ist eine Gärflasche. Aufwändiger und Teurer sind CO2-Düngeranlagen mit Gasflaschen.

Gärflasche

Die Gärflasche ist sehr einfach aufgebaut. Eine Kunststoffflasche mit Schraubverschluss, in den ein Schlauchanschluss integriert ist. In die Gärflasche kommt eine Zuckerlösung und ein wenig Hefe. Die Hefe verstoffwechselt langsam den Zucker und gibt dabei CO2 ab. Das CO2 gelangt dann über den Schlauch, der im Schraubverschluss angebracht wurde, ins Aquarium. Dort löst sich das Kohlendioxid im Wasser. Die Gärflasche muss aber nicht unbedingt aus dem Fachhandel stammen. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich die einfache Konstruktion auch aus einer leeren PET Flasche selbst herstellen. Als Nahrung für die Hefe kann man Tortenglasur verwenden. Diese Glasur kommt als erstes in die leere Flasche und wird beim abkühlen steinhart.

CO2-Anlage selber bauen

Nachdem die Tortenglasur über nach im Kühlschrank gestanden ist wird sie mit lauwarmen Wasser aufgefüllt und eine Messerspitze Hefe zugesetzt. Danach wird der Schraubverschluss aufgeschraubt. In den Schraubverschluss hat man den gesteckt und abgedichtet. Das andere Ende des Schlauches kommt in eine kleine Flasche, die etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist, so dass der Schlauch unter Wasser endet. Ein zweiter Schlauch führt dann vom Deckel dieser Flasche in das Aquarium. Die kleine Flasche verhindert, dass Sauerstoff in den Bio-Reaktor mit der Hefe gelangt. Die CO2-Produktion gelingt nur unter Sauerstoffabschluss.

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Schematische Darstellung einer selbstgebauten CO2-Düngungsanlage für Aquarien.

CO2 und die Fische

Die CO2-Düngung ermöglicht den Wasserpflanzen die Photosynthese und sorgt dafür dass sie Wachsen können. Ein zusätzlicher Stickstoffdünger im Boden rundet die Düngung der Aquarium Pflanzen ab. Aber schadet die Düngung mit CO2 den Fischen? Nein, das Gegenteil ist der Fall. Ein Teil des CO2 bilder im Wasser Kohlensäure. Das Aquarienwasser wird saurer. Das ist zwar nicht für alle Fischarten optimal, aber in den meisten Fällen ist der niedrigere PH-Wert besser für die Haut der Fische. Es ist also kein Nachteil die Aquarium Pflanzen zu düngen.

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Der niedrige PH-Wert tut auch den Fischen gut. CO2-Düngung ist also auch für die Fische von Vorteil

Aquarium Pflanzen düngen ja oder nein?

Ein Aquarium ist viel zu klein, um ein funktionierendes Ökosystem zu sein. So wie die Fische gefüttert werden müssen, so muss man auch den Aquarium Pflanzen CO2 zuführen. Eine selbstgebaute CO2-Anlage, oder eine gekaufte sorgen für eine ausreichende CO2-Versorgung und für üppiges Grün unter Wasser. Verzichtet man auf die Düngung, dann verkümmern die Pflanzen und stellen das Wachstum ein. Will man also eine gesunde Bepflanzung im heimischen Becken erreichen, dann gibt es nur eine Antwort: Aquarium Pflanzen düngen ja oder nein? Ja, ohne Düngung geht es auf Dauer nicht.

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